Was bedeutet: Kontrollierter Bereich am Boden?

Was ist ein „kontrollierter Bereich am Boden“ in Österreich?

Der „kontrollierte Bereich am Boden“ ist ein zentraler Sicherheitsbegriff der Kategorie SPECIFIC. Er beschreibt ein abgegrenztes Areal am Boden, in dem die Drohne betrieben wird und in dem der Betreiber sicherstellen muss, dass sich während des Fluges keine unbeteiligten Personen aufhalten.

⚠️ Wichtige Abgrenzung:
Dieses Konzept betrifft primär professionelle Einsätze (z. B. Filmsets, Baustellenüberwachung) in der Kategorie Specific. Hobby-Piloten in der Kategorie Open arbeiten stattdessen mit Mindestabständen, müssen aber keine physischen Absperrungen errichten.

Wann ist ein kontrollierter Bereich Pflicht?

In Österreich ist die Einrichtung eines solchen Bereichs zwingend erforderlich, wenn Sie nach einem Standardszenario (STS) fliegen:

STS-01: Flug in besiedelter Umgebung (VLOS)

Wenn Sie mit einer Drohne der Klasse C5 in der Stadt fliegen wollen (z. B. Fassadeninspektion in Wien), müssen Sie das Szenario STS-01 nutzen.

  • Die Regel: Der gesamte Flugbereich (plus Pufferzone) muss am Boden kontrolliert sein.
  • Die Praxis: Sie müssen sicherstellen (z. B. durch Zäune, Flatterband oder Ordner), dass kein Passant in den Bereich läuft, während die Drohne in der Luft ist.

STS-02: Flug außerhalb der Sichtweite (BVLOS)

Für Flüge über dünn besiedeltem Gebiet mit C6-Drohnen. Auch hier darf sich im überflogenen Gebiet keine unbeteiligte Person befinden. Da das Gebiet oft riesig ist, wird dies meist durch Luftraumbeobachter oder die Wahl von menschenleeren Gebieten (z. B. Äcker) sichergestellt.

Wie richte ich einen kontrollierten Bereich rechtssicher ein?

Die Austro Control akzeptiert nur Maßnahmen, die effektiv verhindern, dass Unbeteiligte gefährdet werden. Bloße Schilder („Vorsicht Drohne“) reichen oft nicht aus.

Geeignete Maßnahmen sind:

  • Physische Barrieren: Bauzäune, Absperrbänder oder Kegel.
  • Sicherheitspersonal: Warnposten, die Passanten freundlich bitten, kurz zu warten oder einen Umweg zu gehen.
  • Zeitliche Planung: Flüge zu Zeiten durchführen, in denen das Areal leer ist (z. B. Sonntagmorgen auf einem Firmengelände).

Rechtliche Voraussetzungen: Versicherung & Erklärung

Wer einen kontrollierten Bereich einrichtet, fliegt in der Regel in der Kategorie Specific. Hier gelten strengere Anforderungen als im Hobby-Bereich.

  1. Betriebserklärung: Für STS-01/02 müssen Sie eine Erklärung (Declaration) bei der Austro Control abgeben (via Dronespace). Es ist keine langwierige Bewilligung nötig!
  2. Kompetenz: Der Pilot benötigt das theoretische STS-Zertifikat.
  3. Versicherung: Die normale Privathaftpflicht reicht hier NICHT. Sie benötigen eine Gewerbe-Polizze, die „Specific“-Einsätze abdeckt.
Versicherungs-Empfehlung für STS-Einsätze:
Für Flüge in kontrollierten Bereichen (STS-01/02) benötigen Sie einen Profi-Tarif. Die DMO bietet hierfür spezielle Lösungen, die von der Austro Control anerkannt werden.

  • Abdeckung der Kategorie Specific
  • Deckungssummen bis 10 Mio. €
  • Keine Selbstbeteiligung

Fazit

Der kontrollierte Bereich am Boden ist der „Schutzschild“ für unbeteiligte Personen bei Profi-Einsätzen. Er ermöglicht Flüge in der Stadt, die in der offenen Kategorie verboten wären. Der organisatorische Aufwand (Absperrung, Personal) muss jedoch in die Einsatzplanung einkalkuliert werden.