Was bedeutet MTOM (Maximum Take-Off Mass) bei Drohnen?
Die Maximum Take-Off Mass (MTOM), auf Deutsch höchstzulässige Startmasse, ist der wichtigste technische Wert für die rechtliche Einordnung Ihrer Drohne in Österreich. Sie bezeichnet das vom Hersteller definierte Maximalgewicht, mit dem die Drohne abheben darf (inklusive Akku, Kamera, Propellerschützer etc.).
Die MTOM ist ein theoretischer Grenzwert des Herstellers. Auch wenn Ihre Drohne beim Start tatsächlich weniger wiegt (z. B. weil Sie den Propellerschutz weglassen), gilt rechtlich für die Einteilung in die C-Klassen (C0 bis C6) immer die MTOM.
Warum ist die MTOM in Österreich so wichtig?
Die EU-Drohnenverordnung und das österreichische Luftfahrtgesetz knüpfen fast alle Regeln an diesen Wert:
- Klassifizierung (C-Label): Die MTOM bestimmt, ob Ihre Drohne C0 (<250g), C1 (<900g) oder C2 (<4kg) ist.
- Führerscheinpflicht: Ab einer MTOM von 250g benötigen Sie zwingend den Kompetenznachweis (Kleiner Drohnenführerschein).
- Abstandsregeln: Je höher die MTOM, desto weiter müssen Sie von unbeteiligten Personen entfernt bleiben (z. B. 150m Abstand in der Kategorie A3).
Die Kategorien basierend auf der MTOM
Je nach Startmasse und Einsatzort fallen Sie in unterschiedliche Kategorien. Hier eine Korrektur häufiger Irrtümer:
1. Offene Kategorie (Open)
Hier fliegen 95% aller Piloten. Erlaubt sind Drohnen bis zu einer MTOM von 25 kg.
- MTOM < 250g (z. B. DJI Mini): Unterkategorie A1. Flug nahe an Menschen erlaubt.
- MTOM < 4kg (z. B. DJI Mavic 3): Unterkategorie A2 (mit A2-Zeugnis) oder A3.
- MTOM < 25kg: Unterkategorie A3. Nur weit weg von Wohngebieten (150m Abstand).
2. Spezielle Kategorie (Specific)
Dies gilt nicht nur für schwere Drohnen, sondern vor allem für Risikoflüge (z. B. BVLOS – außerhalb der Sichtweite). Hier reicht der normale Führerschein nicht aus; es sind Betriebsbewilligungen oder Standardszenarien (STS) bei der Austro Control nötig.
Gesetzliche Pflichten & Registrierung (Achtung Falle!)
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Registrierungspflicht bei leichten Drohnen.
Lassen Sie sich nicht täuschen! Auch wenn Ihre Drohne eine MTOM von unter 250 Gramm hat, müssen Sie sich in Österreich als Betreiber registrieren, sobald die Drohne eine Kamera besitzt (was auf fast alle Modelle zutrifft). Die Ausnahme gilt nur für reines Spielzeug nach EU-Richtlinie.
Versicherungsschutz und MTOM
Viele ältere Versicherungstarife berechnen die Prämie exakt nach dem Abfluggewicht (z. B. „bis 1,5 kg“). Überschreiten Sie durch Zubehör (z. B. schwererer Akku) dieses Gewicht, erlischt der Schutz.
Unsere Empfehlung: Pauschale Tarife nutzen
Moderne Versicherer wie die DMO verzichten im Privatbereich oft auf eine strikte Gewichtsstaffelung innerhalb der offenen Kategorie. Das vermeidet Unterversicherung.
Häufige Fragen zur MTOM
Wo finde ich die MTOM meiner Drohne?
Sie steht auf dem C-Klassen-Aufkleber direkt auf der Drohne (z. B. „MTOM < 249g" bei C0) oder in den technischen Daten der Bedienungsanleitung.Darf ich die MTOM überschreiten?
Nein. Wenn Sie die Drohne so schwer beladen, dass die MTOM überschritten wird, erlischt die Betriebserlaubnis. Die Drohne gilt dann als nicht mehr lufttüchtig.
Was ist, wenn meine alte Drohne (Bestandsdrohne) keine MTOM-Angabe hat?
Bei Drohnen ohne C-Klassifizierung (vor 2024) gilt das tatsächliche Abfluggewicht (TOM) als Referenz für die Kategorisierung (z. B. über 250g = Kategorie A3).
Fazit
Die MTOM ist die rote Linie für die Legalität Ihres Fluges. Prüfen Sie vor dem Kauf einer Drohne genau, in welche Klasse (C0 bis C4) sie aufgrund ihrer Masse fällt, da dies entscheidet, ob Sie einen Führerschein brauchen und wie nah Sie an Menschen fliegen dürfen.