Was ist die ✈️ Ground Risk Class in Österreich?

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Die Ground Risk Class (GRC) ist ein wesentlicher Bestandteil der Risikobewertung für komplexe Drohnenoperationen in Österreich, insbesondere im Rahmen des Specific Operations Risk Assessment (SORA). Während Flüge in der sogenannten „Open Category“ (Hobby- und Standardbereich) pauschalen Regeln folgen, bewertet die GRC in der „Specific Category“ das exakte Risiko, das von Drohnenflügen für Menschen und Objekte am Boden ausgeht.

Sie wird anhand verschiedener Faktoren bestimmt, wie zum Beispiel, ob der Flug über offenem Gelände oder über dicht besiedelten Gebieten stattfindet, sowie der kinetischen Energie der Drohne (Geschwindigkeit und Gewicht).

🛡️ Versicherungsschutz in Österreich

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Bedeutung und Anwendung der Ground Risk Class in Österreich

Die Ground Risk Class (GRC) ist ein wichtiges Instrument für Bewilligungsverfahren abseits der Standard-Regeln. Die GRC hilft dabei, das Risiko von Bodenschäden durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu minimieren. Ein höherer GRC-Wert bedeutet, dass strengere Vorsichtsmaßnahmen (Mitigations) erforderlich sind, um eine Betriebsbewilligung der Austro Control zu erhalten.

Die Austro Control reguliert als nationale Luftfahrtbehörde die Nutzung von Drohnen und prüft die Einhaltung des Luftfahrtgesetzes (LFG). Während für den Standard-Nutzer die Regeln der „Open Category“ gelten, ist die GRC das Herzstück für professionelle Einsätze in der „Specific Category“.

Unterschied: Open Category vs. Specific Category

Um die Relevanz der GRC zu verstehen, muss man die aktuellen EU-Kategorien unterscheiden, die auch in Österreich gelten:

  • Kategorie „Open“ (Der Standard): Hier finden die meisten Flüge statt (A1, A2, A3). Es ist kein SORA und keine GRC-Berechnung nötig.
    • Regeln: Maximale Flughöhe von 120 Metern über Grund.
    • Sichtverbindung: Nur VLOS (Visual Line of Sight).
    • Registrierung: Der Betreiber muss sich auf dronespace.at registrieren und seine e-ID auf der Drohne anbringen.
  • Kategorie „Specific“ (Der Profi-Bereich): Hier greift die GRC. Diese Kategorie ist für Flüge, die die Grenzen der „Open“-Kategorie überschreiten (z.B. höher als 120m, BVLOS außerhalb der Sichtweite oder mit schweren Drohnen über besiedeltem Gebiet). Hier ist eine Betriebsbewilligung auf Basis einer Risikobewertung (SORA) erforderlich.

Maßnahmen zur Risikominderung (Mitigations)

Ist im Rahmen eines SORA-Verfahrens die GRC ermittelt, können Drohnenbetreiber bestimmte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um die Risikoklasse zu senken („Mitigation“). Dazu gehören:

  • M1 – Strategische Maßnahmen: Beschränkung des Fluges auf kontrollierte Bodenbereiche (Ground Risk Buffer), um unbeteiligte Personen zu schützen.
  • M2 – Effekte des Aufpralls reduzieren: Verwendung von Fallschirmen (Parachutes), die die Aufprallenergie verringern und von der EASA oder anerkannten Stellen geprüft sind.
  • M3 – Notfallplan: Ein valider ERP (Emergency Response Plan), um bei Kontrollverlust Schäden zu begrenzen.

Vorschriften und Compliance

Die Austro Control ist die zuständige Behörde für die Ausstellung von Betriebsbewilligungen in der „Specific Category“. Diese Genehmigungen sind notwendig, wenn Sie beispielsweise in Flugbeschränkungsgebieten (z.B. LO-R Zonen in Wien) oder außerhalb der Sichtweite fliegen wollen.

Wichtig für alle Piloten: Unabhängig von GRC oder Kategorie müssen datenschutzrechtliche Bestimmungen und vor allem die Versicherungspflicht beachtet werden. Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung, die explizit die Anforderungen des österreichischen Luftfahrtgesetzes deckt (Gefährdungshaftung), ist unumgänglich.

Insgesamt spielt die Ground Risk Class (GRC) eine zentrale Rolle im Sicherheitsmanagement professioneller Drohnenmissionen in Österreich. Für Hobby-Piloten in der Open Category ist sie theoretisches Hintergrundwissen, während die Einhaltung der 120-Meter-Grenze und der Sichtverbindung im Vordergrund steht.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Gesetze können sich ändern (Stand: Dezember 2025). Links zu Versicherungstarifen können Affiliate-Kennungen enthalten, die unsere redaktionelle Arbeit unterstützen, ohne dass sich der Preis für Sie ändert. Mehr in unserer Datenschutzerklärung.