Was ist Geo-Fencing und Geo-Awareness in Österreich?
Beim Thema Flugzonen herrscht oft Verwirrung zwischen der Technik (was die Drohne macht) und dem Gesetz (was die Behörde vorschreibt).
Geo-Fencing ist eine Software-Funktion vieler Drohnenhersteller (z. B. DJI), die virtuelle Zäune um Flughäfen oder sensible Bereiche zieht. Die Drohne weigert sich dort zu starten oder in den Bereich einzufliegen.
Geo-Awareness ist der gesetzliche Begriff der EU-Verordnung. Drohnen der Klassen C1, C2 und C3 müssen in Österreich über eine Funktion verfügen, die den Piloten warnt, wenn er sich einer Flugverbotszone nähert.
Die große Rechts-Falle: DJI-Karte vs. Austro Control
Viele Piloten glauben: „Wenn meine DJI-Drohne startet, ist der Flug erlaubt.“ Das ist ein gefährlicher Irrtum!
Die Karten der Hersteller (z. B. DJI FlySafe Datenbank) sind oft ungenau oder nicht aktuell. Sie entsprechen nicht 1:1 der österreichischen Rechtslage.
Rechtlich verbindlich ist in Österreich ausschließlich die Karte der Austro Control (Dronespace App). Wenn die DJI-App „grün“ zeigt, die Austro Control aber „rot“ (z. B. temporäres Flugverbot wegen eines Events), dürfen Sie nicht fliegen!
Arten von GEO-Zonen in Österreich
Die österreichische Luftfahrtbehörde definiert verschiedene Zonen, die Sie kennen müssen (unabhängig davon, ob Ihre Drohne diese automatisch erkennt):
- Flugbeschränkungsgebiete (LO-R): Z. B. Wien (LO R 15) oder militärische Sperrgebiete. Hier ist der Flug oft nur mit Sondergenehmigung oder unter Auflagen (z. B. max. 30m Höhe) erlaubt.
- Kontrollzonen (CTR): Die Bereiche um Verkehrsflughäfen (Wien, Salzburg, Innsbruck etc.). Hier brauchen Sie oft eine Freigabe vom Tower (außer bei <250g Drohnen bis 30m Höhe).
- Naturschutzgebiete: Oft in Hersteller-Apps nicht verzeichnet, aber dennoch verboten.
Das Problem mit dem „Unlock“ (Freischaltung)
Hersteller wie DJI bieten an, gesperrte Zonen über die Website freizuschalten („Unlocking“).
Rechtlicher Status: Dieser Unlock ist nur eine technische Freigabe der Software. Er ersetzt niemals die behördliche Bewilligung!
Beispiel: Sie schalten den Flughafen Wien in der DJI-App frei. Starten Sie trotzdem ohne Freigabe der Austro Control, begehen Sie eine schwere Verwaltungsübertretung (Strafe bis 22.000 €).
Vorteile & Grenzen von Geo-Fencing
- Vorteil: Es schützt vor versehentlichen groben Verstößen (z. B. Start direkt auf der Landebahn).
- Nachteil: Es wiegt Piloten in falscher Sicherheit. Temporäre Flugverbote (z. B. wegen eines Polizeieinsatzes oder Staatsbesuchs) sind oft nicht in der Drohne gespeichert.
Versicherung und Geo-Fencing
Verlassen Sie sich nicht blind auf die Technik. Als Pilot tragen Sie die alleinige Verantwortung. Wenn das Geo-Fencing versagt oder falsch programmiert ist und Sie einen Schaden in einer Verbotszone verursachen, ist der Ärger groß.
Fliegen Sie immer mit einer gültigen Luftfahrthaftpflichtversicherung, die auch bei Fahrlässigkeit (z. B. versehentlicher Einflug in eine Zone) schützt. Die DMO bietet hier einen starken Schutzschirm.
Fazit
Geo-Fencing ist ein nützliches Hilfsmittel, aber kein Ersatz für den Blick in die offizielle Dronespace App. Prüfen Sie vor jedem Flug die amtliche Karte der Austro Control. Nur so fliegen Sie in Österreich rechtssicher.