Offene Drohnen-Kategorie (OPEN) in Österreich

In der sich rasant entwickelnden Welt der Drohnentechnologie hat die Europäische Union spezifische Vorschriften geschaffen, um die Sicherheit im Luftraum zu gewährleisten. Eine dieser zentralen Vorschriften ist die Einführung der offenen Drohnen-Kategorie (OPEN). Diese ermöglicht es Drohnenbetreibern, ihre Geräte ohne spezielle behördliche Einzelgenehmigung zu nutzen, solange sie sich an festgelegte Betriebsbedingungen halten. In Österreich gelten diese EU-Vorschriften ebenfalls, ergänzt durch nationale Bestimmungen (z.B. durch die Austro Control).

Die offene Kategorie ist besonders attraktiv für Freizeit- und viele kommerzielle Drohnennutzer, da sie eine Vielzahl von Standard-Anwendungen ermöglicht. Dieser Artikel erläutert die wesentlichen Aspekte der offenen Kategorie in Österreich, ihre Unterkategorien (A1, A2, A3) und die konkreten Anforderungen.

Die offene Drohnen-Kategorie im Detail

Allgemeine Bestimmungen der offenen Kategorie

Die offene Kategorie richtet sich an Betriebsszenarien mit geringem Risiko. In Österreich sind hierfür keine gesonderten Flugbewilligungen erforderlich, sofern folgende „Golden Rules“ eingehalten werden:

  • Maximale Flughöhe: Die Drohne darf nie höher als 120 Meter über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche fliegen.
  • Direkte Sichtweite: Der Flug muss stets in direkter Sichtverbindung (VLOS – Visual Line Of Sight) des Piloten stattfinden. FPV-Flüge erfordern einen Spotter.
  • Mindestalter: In Österreich gilt für eigenverantwortliche Piloten in der Open-Kategorie ein Mindestalter von 16 Jahren. (Jüngere Piloten dürfen unter Aufsicht eines qualifizierten Piloten ab 16 Jahren fliegen). Die Registrierung als Betreiber ist ab 18 Jahren möglich.
  • Versicherungspflicht: Es besteht eine strikte Versicherungspflicht für alle Drohnen (sofern >250g oder mit Kamera). Die Deckungssumme muss in Österreich mindestens 750.000 Sonderziehungsrechte (SZR) betragen (entspricht ca. 1 Mio. Euro).
  • Registrierung: Der Drohnenbetreiber muss sich bei der Austro Control registrieren, wenn die Drohne über 250g wiegt ODER eine Kamera (Sensor für personenbezogene Daten) hat.
  • Fernidentifizierung (Remote ID): Drohnen der Klassen C1, C2 und C3 müssen ein aktives System zur Fernidentifizierung nutzen. Drohnen der Klasse C0 (unter 250g) sind davon ausgenommen.
  • Geozonen: Nationale Flugverbotszonen (z. B. Flughäfen, Naturschutzgebiete) müssen beachtet werden. Prüfen Sie dies vor jedem Flug in der „Dronespace“-App der Austro Control.

Unterkategorien der offenen Kategorie

Die offene Kategorie ist in drei Unterkategorien unterteilt, die regeln, wie nah Sie an unbeteiligte Personen heranfliegen dürfen:

Unterkategorie A1 (Leicht & Unkritisch)

  • Zugelassene Drohnen: C0, C1 sowie Bestandsdrohnen < 250g.
  • Abstand: Überflug über unbeteiligte Personen ist erlaubt (sollte aber vermieden werden). Kein Überflug über Menschenansammlungen!
  • Qualifikation: Für C1-Drohnen ist der kleine Drohnenführerschein (Kompetenznachweis A1/A3) erforderlich.

Unterkategorie A2 (Nah am Menschen)

  • Zugelassene Drohnen: Klasse C2.
  • Abstand: Bis auf 30 Meter an Personen heran (im Low-Speed-Modus bis 5 Meter).
  • Qualifikation: Zwingend erforderlich ist das große Fernpilotenzeugnis A2 (zusätzliche Theorieprüfung).

Unterkategorie A3 (Weit weg)

  • Zugelassene Drohnen: C3, C4 sowie schwere Bestandsdrohnen (> 250g ohne C-Label).
  • Abstand: Nur weit entfernt von Menschen (mind. 150m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten).
  • Qualifikation: Kleiner Drohnenführerschein (A1/A3).
Drohnen-KlasseKATEGORIEBetriebsbeschränkungenErforderliche Qualifikationen
C0 (<250g)OPEN A1Überflug einzelner Personen erlaubt (vermeidbar). Menschenansammlungen verboten.Keine (aber Anleitung lesen)
C1 (<900g)OPEN A1Kein Überflug von Menschenansammlungen.Kompetenznachweis (A1/A3)
C2 (<4kg)OPEN A2Mind. 30 m Abstand zu Personen (5 m im Low-Speed-Modus).Fernpilotenzeugnis (A2)
C3, C4, AltgeräteOPEN A3Mind. 150 m Abstand zu Wohn-/Gewerbegebieten & unbeteiligten Personen.Kompetenznachweis (A1/A3)

Pflichten und Vorschriften für Drohnenbetreiber

Auch in der „offenen“ Kategorie gelten strenge Regeln:

  1. Registrierung: Jeder Betreiber (ab 18 Jahren) einer versicherungspflichtigen Drohne muss sich auf dronespace.at registrieren. Die Kosten betragen einmalig ca. 32,40 € und die Registrierung ist für 3 Jahre gültig.
  2. Versicherung: Ohne Luftfahrthaftpflichtversicherung (mit Gefährdungshaftung!) ist keine Registrierung und kein Betrieb erlaubt. Normale Privathaftpflichtversicherungen reichen oft nicht aus.
  3. Kennzeichnung: Die erhaltene Registrierungsnummer (z. B. AUT…) muss auf jeder Drohne angebracht werden.

Häufige Fragen zur offenen Drohnen-Kategorie

Was ist die offene Drohnen-Kategorie (OPEN)?

Es ist die Standard-Kategorie für Hobby- und die meisten Gewerbepiloten. Sie erlaubt den Betrieb ohne vorherige behördliche Bewilligung, solange das Risiko gering bleibt (Sichtflug, max. 120m, nicht über Menschenansammlungen).

Was passiert, wenn ich die Vorschriften nicht einhalte?

Verstöße gegen das Luftfahrtgesetz (z. B. Fliegen ohne Versicherung, ohne Registrierung oder in Flugverbotszonen) sind Verwaltungsübertretungen. Der Strafrahmen reicht in Österreich bis zu 22.000 Euro. Zudem kann der Versicherungsschutz erlöschen (Obliegenheitsverletzung).

Welche Versicherung brauche ich für die offene Kategorie?

Sie benötigen eine Versicherung, die explizit den Anforderungen des österreichischen Luftfahrtgesetzes entspricht (750.000 SZR Deckung).

Unsere Empfehlung für Österreich:
Die Deutsche Modellsport Organisation (DMO) bietet Tarife, die für die offene Kategorie in Österreich maßgeschneidert sind.

  • Gültige Bestätigung für Austro Control (750.000 SZR)
  • Unbegrenzte Drohnenanzahl im Privat-Tarif (ideal für Wechsel der Drohnenklasse)
  • Preis ab 39,96 € / Jahr (inkl. Steuer)

Fazit

Die offene Drohnen-Kategorie (OPEN) macht das Fliegen in Österreich einfacher, aber nicht regellos. Wer die Unterkategorien A1-A3 versteht, sich korrekt registriert und eine gesetzeskonforme Versicherung abschließt, kann sicher und legal fliegen. Achten Sie besonders auf die korrekte SZR-Deckungssumme in Ihrer Polizze.