Hexacopter✈️ in Österreich sicher fliegen?

Was ist ein Hexacopter?

Ein Hexacopter ist eine Drohne mit sechs Rotoren. Im Vergleich zum klassischen Quadrocopter (4 Rotoren) bietet diese Bauweise durch die zwei zusätzlichen Motoren eine signifikant höhere Ausfallsicherheit (Redundanz). Fällt ein Motor aus, kann ein Hexacopter oft noch kontrolliert notlanden.

Aufgrund ihrer höheren Traglast werden Hexacopter in Österreich vorwiegend im professionellen Bereich eingesetzt (z. B. für schwere Kameras, Thermografie oder LiDAR-Scanner).

Vorteile und Nachteile von Hexacoptern

Vorteile:

  • Sicherheit (Redundanz): Kann oft auch bei Ausfall eines Rotors sicher gelandet werden.
  • Stabilität: Fliegt ruhiger, auch bei Wind (wichtig für Filmaufnahmen).
  • Traglast: Kann schwere DSLRs oder Messgeräte tragen.

Nachteile:

  • Gewicht & Recht: Hexacopter wiegen oft über 4 kg. Das drängt sie rechtlich oft in die Kategorie OPEN A3 (siehe unten).
  • Größe: Sperriger beim Transport.
  • Preis: Höhere Anschaffungs- und Reparaturkosten.
⚠️ Wichtiger Hinweis zur Flugkategorie (OPEN A3):
Da Hexacopter meist schwer sind (oft über 900g oder gar 4kg) und viele Modelle keine C-Klassifizierung haben (Bestandsdrohnen), dürfen sie in Österreich oft nur in der Unterkategorie A3 geflogen werden.
Die Konsequenz: Sie müssen mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten einhalten. Ein Flug im städtischen Bereich ist damit in der „Open“-Kategorie oft nicht möglich!

Versicherungspflicht für Hexacopter in Österreich

Aufgrund des höheren Gewichts und Schadenspotenzials ist eine korrekte Versicherung essenziell. Das österreichische Luftfahrtgesetz (LFG) schreibt vor:

  • Mindestdeckung: 750.000 Sonderziehungsrechte (ca. 1 Mio. Euro).
  • Gefährdungshaftung: Muss enthalten sein (Haftung auch ohne Pilotenfehler).

1. Haftpflichtversicherung (Gesetzliches Muss)

Viele Standard-Versicherungen haben Gewichtsgrenzen (z. B. nur bis 2 kg oder 5 kg). Da Hexacopter diese Grenzen schnell sprengen, benötigen Sie einen Tarif, der auch schwere Geräte abdeckt.

Unsere Empfehlung für Hexacopter:
Die Tarife der DMO sind ideal für schwere Geräte, da sie im Privatbereich keine strikten Gewichtsgrenzen (innerhalb der gesetzlichen Open-Regeln) haben und keine Aufschläge für Hexacopter verlangen.

  • Preis: ab 39,96 € / Jahr (Privat)
  • Deckung: 3 Mio. € (ausreichend für AT)
  • Keine Selbstbeteiligung

2. Kaskoversicherung (Empfohlen)

Ein Hexacopter (z. B. Yuneec H520E) kostet schnell mehrere tausend Euro. Eine reine Haftpflicht zahlt nicht, wenn der Copter abstürzt. Eine Drohnen-Kasko ersetzt den eigenen Schaden am Gerät (auch bei Bedienfehlern).

3. Gewerbliche Nutzung

Hexacopter werden oft für Vermessung oder Inspektion genutzt. In der Kategorie OPEN wird rechtlich nicht zwischen Hobby und Gewerbe unterschieden. Versicherungstechnisch jedoch schon! Achten Sie darauf, einen gewerblichen Tarif (z. B. DMO UAV Pilot) zu wählen, um im Schadensfall geschützt zu sein.

Bekannte Hexacopter-Modelle

Yuneec Typhoon H / H520E

Ein Klassiker im Hexacopter-Bereich. Mit ca. 1,6 bis 2 kg Abfluggewicht fällt er (ohne C-Label) als Bestandsdrohne in die Kategorie OPEN A3 (weit weg von Menschen). Er ist beliebt für die 360-Grad-Kamera und das einziehbare Landegestell.

DJI Matrice 600 (Pro)

Ein Schwerlast-Hexacopter für professionelle Kameras (RED, ARRI). Mit einem Abfluggewicht weit über 4 kg ist hier oft der Betrieb in der Kategorie Specific nötig, um legal arbeiten zu können.

Fazit

Hexacopter bieten maximale Sicherheit und Leistung, erkaufen dies aber durch höheres Gewicht und strengere Flugzonen (A3). Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Sie mit den Abstandsregeln (150m zu Wohngebieten) arbeiten können. Versicherungstechnisch ist die DMO oft die günstigste Lösung, da sie keine „Hexacopter-Strafzuschläge“ erhebt.