Was ist der Drohnen ✈️ Follow-me-Modus?



Der Follow-me-Modus ist eine der faszinierendsten Funktionen moderner Kameradrohnen. Er ermöglicht es der Drohne, dem Piloten oder einem markierten Objekt vollautomatisch zu folgen – ideal für Sportler, die sich beim Skifahren, Mountainbiken oder Wandern selbst filmen möchten. Doch gerade in Österreich wirft dieser autonome Flugmodus wichtige rechtliche Fragen auf. Welche Regeln der Austro Control gelten? Und zahlt die Versicherung, wenn die Automatik versagt?

In diesem Artikel klären wir über die Technik, geeignete Modelle und die zwingenden Versicherungsvoraussetzungen gemäß österreichischem Luftfahrtgesetz (LFG) auf.

Wie funktioniert der Follow-me-Modus technisch?

Damit die Drohne Ihnen wie ein „fliegendes Stativ“ folgen kann, greift sie auf komplexe Tracking-Technologien zurück. Meist handelt es sich um eine Kombination aus:

  • GPS-Tracking: Die Drohne empfängt das GPS-Signal der Fernsteuerung oder des Smartphones, das der Pilot bei sich trägt.
  • Visuelle Erkennung (ActiveTrack etc.): Die Kamera analysiert das Bild in Echtzeit, „lockt“ sich auf das Ziel (den Piloten) ein und folgt diesem rein optisch.

Moderne Drohnen kombinieren oft beide Systeme, um auch dann stabil zu bleiben, wenn das GPS-Signal kurzzeitig schwächer wird (z. B. im Wald).

Beliebte Drohnen mit Follow-me-Funktion

Nicht jede Drohne beherrscht diesen Modus. Hier ein Überblick über gängige Modelle (Stand: Marktlage 2024/2025):

DJI Mini 3 Pro / Mini 4 Pro

Diese Modelle (unter 250g) sind besonders reisefreundlich. Wichtig: Achten Sie auf den Zusatz „Pro“. Die Standard-Mini 3 verfügt oft nicht über die seitlichen oder vorderen Hindernissensoren (Obstacle Avoidance). Für den sicheren Follow-me-Betrieb empfehlen wir dringend Modelle mit aktiver Hinderniserkennung, um Kollisionen mit Bäumen oder Masten zu vermeiden.

DJI Air 3 & Mavic 3 Serie

Diese leistungsstärkeren Drohnen bieten oft omnidirektionale Hinderniserkennung (in alle Richtungen). Das macht den automatischen Verfolgungsmodus deutlich sicherer, insbesondere in komplexem Gelände.

Hinweis: Technische Spezifikationen können sich durch Firmware-Updates der Hersteller ändern. Prüfen Sie stets das aktuelle Handbuch.

Rechtliche Lage: Follow-me in Österreich (Open Category)

Viele Piloten unterliegen dem Irrtum, dass die Drohne im Follow-me-Modus völlig autonom fliegen darf („fire and forget“). Das ist falsch. Gemäß der EU-Drohnenverordnung (gültig in Österreich) gelten spezifische Regeln für die „Open Category“:

Verlässt die Drohne diesen 50-Meter-Radius, gilt wieder die strikte VLOS-Regel (Visual Line of Sight – direkter Sichtkontakt ohne Hilfsmittel).

Das Haftungsrisiko: Wenn die Technik versagt

Auch die beste KI kann Fehler machen. Ein dünner Ast, eine Stromleitung oder ein plötzlicher Richtungswechsel – und die Drohne stürzt ab oder beschädigt fremdes Eigentum (z. B. parkende Autos). In Österreich gilt die Gefährdungshaftung. Das bedeutet: Als Halter haften Sie für Schäden, unabhängig davon, ob Sie „Schuld“ waren oder die Software versagt hat.

Eine private Haftpflichtversicherung reicht oft nicht aus, da die Klausel für „Luftfahrzeuge“ meist fehlt oder unzureichend ist.

Wichtiger Hinweis zur Versicherung

Um in Österreich legal zu fliegen, benötigen Sie eine Bestätigung über mindestens 750.000 SZR (Sonderziehungsrechte) gemäß § 148 LFG für die Registrierung bei der Austro Control (dronespace.at).

Achtung: Viele Tarife aus Deutschland bieten diese spezifische Bestätigung nicht an.

🇦🇹 Wohnsitz in Österreich

Wir empfehlen für österreichische Piloten den Rahmenvertrag der DMO (Deutsche Modellsport Organisation). Dieser Tarif ist speziell auf die Anforderungen der Austro Control abgestimmt.

  • Gültige 750.000 SZR Bestätigung
  • Personenbezogener Schutz (deckt auch geliehene Drohnen)
  • Follow-me & autonomes Fliegen (in Sichtweite/50m) inkludiert
  • Preis: 39,96 € / Jahr (inkl. Vers.St., Stand: 12/2024)

Zum DMO Antrag (Österreich) »

🇩🇪 Wohnsitz in Deutschland

Wenn Sie in Deutschland wohnen, gelten andere Vorschriften (LuftVO). Hier gibt es eine breitere Auswahl an Tarifen.

Nutzen Sie bitte unseren Partner-Vergleich für deutsche Tarife:

Zum DE-Vergleich »

Tipps zur Risikovermeidung im Follow-me-Modus

  • Offenes Gelände wählen: Nutzen Sie den Modus nur auf freien Flächen (Wiesen, Felder), fernab von Bäumen, Stromleitungen und Menschenansammlungen.
  • Höhe beachten: Fliegen Sie hoch genug, um Hindernisse am Boden zu überfliegen, aber beachten Sie das Limit von 120 Metern über Grund.
  • Not-Aus im Kopf haben: Halten Sie die Fernsteuerung immer griffbereit, um bei einem Fehler der Automatik sofort „Stop“ drücken zu können.
  • Versicherungsschutz prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Polizze keine Ausschlüsse für „autonome Flugmanöver“ enthält. (Der oben empfohlene DMO-Tarif deckt dies im gesetzlichen Rahmen ab).

Fazit

Der Follow-me-Modus ermöglicht spektakuläre Aufnahmen, erfordert aber Disziplin und technisches Verständnis. Rechtlich bewegen Sie sich in Österreich im Rahmen der Open Category sicher, wenn Sie den 50-Meter-Abstand einhalten und eine LFG-konforme Versicherung vorweisen können.

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