Drohnenversicherung Österreich Pflicht: Ist sie gesetzlich vorgeschrieben?
Ja, eine Drohnenversicherung ist in Österreich Pflicht, sobald die Drohne mit einer Kamera ausgestattet ist oder mehr als 250 Gramm wiegt. Dies gilt laut EU-Drohnenverordnung und österreichischem Luftfahrtgesetz (LFG) sowohl für die private als auch für die gewerbliche Nutzung. Wer ohne spezielle Luftfahrt-Haftpflichtversicherung fliegt, riskiert hohe Verwaltungsstrafen und haftet im Schadensfall mit seinem gesamten Privatvermögen.
Ist eine Drohnenversicherung in Österreich immer Pflicht?
Viele Neueinsteiger fragen sich: „Ist eine Drohnenversicherung in Österreich Pflicht, auch wenn meine Drohne ganz klein ist?“ Die Antwort hängt von zwei Faktoren ab: Kamera und Gewicht.
Die Versicherungspflicht in Österreich greift in folgenden Fällen:
- Drohnen mit Kamera: Sobald ein Sensor personenbezogene Daten erfassen kann (Kamera), ist eine Versicherung gesetzlich vorgeschrieben – unabhängig vom Gewicht. Das betrifft fast alle gängigen Modelle wie DJI Mini, DJI Air oder DJI Mavic.
- Drohnen über 250 Gramm: Ab diesem Gewicht gilt die Pflicht auch ohne Kamera.
- High-Speed Drohnen: Drohnen, die im Falle eines Aufpralls mehr als 80 Joule kinetische Energie übertragen können.
Die einzige Ausnahme („Spielzeug-Regelung“):
Keine Versicherungspflicht besteht lediglich für reine Spielzeugdrohnen unter 250 Gramm ohne Kamera, die gemäß EU-Richtlinie 2009/48/EG eindeutig als Spielzeug für Kinder unter 14 Jahren gekennzeichnet sind. Achtung: Hochwertige Kameradrohnen (auch unter 250g wie die DJI Mini-Serie) gelten rechtlich nicht als Spielzeug, sondern als unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS) und sind somit versicherungspflichtig.
Rechtliche Grundlagen und Anforderungen (LFG & § 123)
Die Basis für die Drohnenversicherung Pflicht in Österreich bildet das Luftfahrtgesetz (LFG). Damit eine Polizze von der Austro Control anerkannt wird (was für die Registrierung zwingend nötig ist), muss sie spezielle Kriterien erfüllen:
- 750.000 SZR Mindestdeckung: Die Versicherung muss eine Deckungssumme von mindestens 750.000 Sonderziehungsrechten (SZR) aufweisen. Das entspricht aktuell ca. 1 Million Euro.
- Gefährdungshaftung: Anders als bei einer normalen Haftpflicht muss die Drohnenversicherung auch zahlen, wenn den Piloten kein Verschulden trifft (z. B. Absturz durch Windböe oder technisches Versagen).
- Bestätigung für Austro Control: Sie benötigen eine formelle Versicherungsbestätigung mit Polizzennummer, um sich im dronespace.at Portal als Betreiber registrieren zu können.
Was passiert, wenn ich ohne Versicherung fliege?
Die Missachtung der Versicherungspflicht ist kein Kavaliersdelikt. Da Drohnen als Luftfahrzeuge gelten, sind die Strafen empfindlich:
- Verwaltungsstrafen: Die Bezirksverwaltungsbehörden können Geldstrafen von bis zu 22.000 Euro verhängen (oft in Kombination mit fehlender Registrierung).
- Keine Registrierung möglich: Ohne Versicherungsnachweis können Sie sich nicht als Betreiber registrieren. Ein Flug ohne Registrierungsnummer ist illegal.
- Privatinsolvenz-Risiko: Verursacht Ihre unversicherte Drohne einen Personenschaden, haften Sie in unbegrenzter Höhe mit Ihrem Privatvermögen.
Privathaftpflicht vs. Echte Drohnenversicherung
Ein häufiger Irrtum ist, dass die normale Privathaftpflicht (PHV) ausreicht.
Das Problem: Reguläre PHV-Tarife decken meist nur die Verschuldenshaftung ab. Das Gesetz fordert für Drohnen aber zwingend eine Gefährdungshaftung. Zudem stellen viele Hausratsversicherer nicht die spezifische Bestätigung (750.000 SZR) aus, die die Austro Control verlangt.
Empfehlung: Schließen Sie eine spezialisierte Luftfahrt-Haftpflichtversicherung ab, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Tarifvergleich: Personenbezogen vs. Gerätebezogen
Es gibt zwei Hauptmodelle am Markt. Für Piloten mit mehreren Drohnen (z.B. eine für Fotos, eine FPV) sind personenbezogene Tarife oft deutlich günstiger.
1. DMO Privat-Tarif (Unsere Empfehlung für Flexibilität)
Dieser Tarif ist personenbezogen. Das bedeutet, der Pilot ist versichert, egal welche Drohne er steuert (solange sie im Rahmen der Bedingungen liegt).
- Preis: Ab 39,96 €/Jahr (3 Mio. € Deckung) oder 51,96 €/Jahr (10 Mio. € Deckung).
- Vorteil „Unbegrenzte Anzahl“: Sie können mehrere Drohnen besitzen und fliegen (nicht gleichzeitig), ohne jede einzelne melden oder extra bezahlen zu müssen.
- Keine Gerätedaten bei Abschluss: Sie müssen bei Vertragsabschluss keine Seriennummer angeben, erhalten aber die gültige Bestätigung für die Austro Control Registrierung.
- Keine Selbstbeteiligung im Schadensfall.
Transparenz-Hinweis: Wir erhalten bei Abschluss über diesen Link eine Provision. Unsere Empfehlung basiert auf dem Vorteil der Mehrfach-Abdeckung ohne Aufpreis.
2. Gerätebezogene Tarife (Klassischer Marktstandard)
Hier wird explizit eine spezifische Drohne (mit Seriennummer) versichert.
- Preis: Marktübliche Tarife beginnen ab ca. 58,83 €/Jahr (1 Mio. €) bis ca. 79,92 €/Jahr (3 Mio. €).
- Nachteil: Jede neue Drohne muss gemeldet und oft separat bezahlt werden.
- Vorteil: Die Drohne ist versichert, egal wer sie steuert (Halter-Haftpflicht).
Gewerbliche Drohnenversicherung in Österreich
Wer mit seinen Drohnenaufnahmen Geld verdient (oder sie gewerblich nutzt, z.B. Inspektion, Imagevideos), benötigt zwingend einen gewerblichen Tarif. Auch hier gilt die Versicherungspflicht strikt.
DMO Gewerbe-Tarif (UAV Pilot)
- Preis: Ab 168,00 €/Jahr (3 Mio. €) oder 246,00 €/Jahr (10 Mio. €).
- Flexibilität: Ideal für Freelancer, die wechselnde Drohnen-Modelle einsetzen, da auch hier der Pilot versichert ist.
- Deckung: Erfüllt alle EU-Vorgaben für gewerbliche Betreiber in der offenen Kategorie.
Optional: Kaskoversicherung für die Drohne
Während die Haftpflicht eine gesetzliche Pflicht in Österreich ist, ist die Kaskoversicherung freiwillig. Sie deckt Schäden an der eigenen Drohne (z.B. Landung im Wasser, Fly-Away).
- Sinnvoll für: Teure Drohnen (z.B. DJI Mavic 3, Inspire), da Reparaturen kostspielig sind.
- Kosten: Meist ca. 10% des Drohnenwerts pro Jahr.
- Hinweis: Eine Haftpflicht zahlt NIE den Schaden am eigenen Gerät.
Häufige Fragen (FAQ) zur Drohnenversicherung Pflicht
Ist meine DJI Mini (unter 249g) versicherungspflichtig?
Reicht meine Haushaltsversicherung für die Drohne?
Fazit
Die Frage „Ist eine Drohnenversicherung in Österreich Pflicht?“ lässt sich klar mit JA beantworten – für praktisch jeden Piloten einer modernen Kameradrohne. Sparen Sie nicht am falschen Ende: Bußgelder sind deutlich teurer als der Jahresbeitrag einer Versicherung (ab ca. 40 €).
Unser Tipp: Für Nutzer, die flexibel bleiben wollen oder mehrere Drohnen besitzen, bieten personenbezogene Tarife (wie bei der DMO) das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und volle Konformität für die Registrierung. Mehr Vergleiche auf drohneversicherung.at.