Was bedeutet die Deckungssumme bei der Drohnenversicherung?
Die Deckungssumme (Versicherungssumme) ist die wichtigste Zahl in Ihrer Polizze: Sie definiert die finanzielle Obergrenze, bis zu der die Versicherung zahlt. In Österreich ist dies streng reguliert. Das Luftfahrtgesetz schreibt Untergrenzen vor, um Unfallopfer zu schützen.
Gesetzliche Mindestdeckung in Österreich (SZR)
Laut österreichischem Luftfahrtgesetz (LFG) basiert die Mindestdeckung nicht auf Euro, sondern auf „Sonderziehungsrechten“.
Für alle gängigen Drohnen (Klasse unter 500 kg MTOM) gilt eine Mindestdeckung von 750.000 Sonderziehungsrechten (SZR).
ℹ️ Was sind SZR? (Wichtig für die Police)
Sonderziehungsrechte (SZR) sind eine künstliche Währung des IWF. Der Kurs zum Euro schwankt täglich.
- Faustformel: 750.000 SZR entsprechen aktuell knapp 1 Million Euro.
- Das Risiko: Wenn der Euro-Kurs fällt, könnte eine glatte „1 Million Euro“-Police theoretisch unter die gesetzliche Grenze rutschen.
- Die Lösung: Wählen Sie eine Deckung von mindestens 3 Millionen Euro, um Kursschwankungen sicher abzufedern.
Was deckt die Versicherungssumme ab?
Die Summe steht pro Schadensereignis zur Verfügung. Sie muss im Worst-Case-Szenario drei Bereiche abdecken:
- Personenschäden (Das größte Risiko): Heilungskosten, Schmerzensgeld, Verdienstausfall oder lebenslange Renten. Ein Personenschaden kann schnell die 1-Million-Euro-Marke sprengen.
- Sachschäden: Reparatur von Autos, Dächern oder teurem Equipment, das durch die Drohne beschädigt wurde.
- Reine Vermögensschäden: Finanzielle Verluste Dritter ohne Sachschaden (z. B. Sie fliegen illegal nahe Flughafen -> Flugbetrieb wird gestoppt -> Airlines fordern Schadenersatz).
Die „Gefährdungshaftung“: Das K.O.-Kriterium in AT
In Österreich reicht eine einfache Haftpflicht nicht. Die Polizze muss zwingend die Gefährdungshaftung einschließen.
Das bedeutet: Die Versicherung zahlt auch dann, wenn Sie als Pilot keine Schuld am Absturz haben (z. B. technischer Defekt am Akku, plötzliche Windböe, Ohnmacht).
Warnung: Viele normale Privathaftpflichtversicherungen (in der Haushaltsversicherung) decken nur Verschulden ab. Das ist für Drohnen in Österreich gesetzlich unzureichend und führt zur Ablehnung bei der Austro Control!
Wie hoch sollte die Deckungssumme 2025 sein?
Obwohl ca. 1 Mio. Euro gesetzlich reichen würde, haften Sie als Halter unbegrenzt mit Ihrem Privatvermögen für alles, was darüber hinausgeht.
1. Private Nutzung (Empfehlung)
Neuer Standard: 12 Millionen Euro.
Früher waren 3 Mio. € Standard. Da Anbieter wie die DMO ihre Tarife jedoch kostenlos oder für wenige Euro Aufpreis auf 12 Mio. € erhöht haben, sollten Sie diesen Puffer nutzen. Es kostet kaum mehr, schützt aber Ihre Existenz auch bei Katastrophen-Szenarien.
2. Gewerbliche Nutzung (Profi)
Empfehlung: 10 bis 12 Millionen Euro.
Auftraggeber verlangen oft hohe Deckungssummen. Zudem ist das Risiko in bebautem Gebiet höher.
Unsere Empfehlung für maximale Sicherheit
Die Tarife der DMO wurden 2025 massiv aufgewertet und bieten nun Deckungssummen, die weit über dem gesetzlichen Minimum liegen. Das SZR-Risiko ist damit komplett eliminiert.
- Privat Basis: 3 Mio. € (ab 39,96 €/Jahr)
- Privat Top-Empfehlung: 12 Mio. € (ab 51,96 €/Jahr) – Bester Schutz!
- Gewerbe: Bis zu 12 Mio. € möglich (inkl. SZR-Bestätigung).
Private vs. Gewerbliche Deckung
Tappen Sie nicht in die „Gelegenheits-Falle“:
- Eine private Drohnenversicherung zahlt NICHT, wenn Sie Drohnenaufnahmen verkaufen, monetarisieren (YouTube/Social Media mit Gewinnerzielung) oder im Auftrag einer Firma fliegen.
- Eine gewerbliche Drohnenversicherung (wie der DMO UAV Pilot) deckt meist auch die private Freizeit-Nutzung mit ab (Mischbetrieb).
Fazit
Sparen Sie nicht an der Deckungssumme. Der gesetzliche Mindestwert von 750.000 SZR ist nur die Untergrenze. Wir empfehlen 2025 ganz klar die 12 Millionen Euro Deckung, da der Preisunterschied zur Basis-Deckung minimal ist (oft nur ca. 1 € pro Monat), der Sicherheitsgewinn aber massiv. Achten Sie zudem zwingend auf den expliziten Einschluss der österreichischen Gefährdungshaftung.